Über das / unter dem Nichtwissen

Veröffentlicht am von in Allgemein, Perspektivwechsel

Eisberg (Patagonien)

Wann haben Sie sich das letzte Mal unwohl gefühlt, weil Sie etwas nicht einschätzen konnten, etwas nicht wussten oder einfach eine offene Frage hatten?

Wir Menschen sind vernunftbegabte Wesen und immer auf der Suche und mit dem Willen, zu lernen, also unser Wissen, unsere Erfahrungen, unser Können zu vergrößern. Und immer wieder sehen wir, wenn wir etwas lernen oder erforschen: Je mehr wir wissen, desto klarer wissen wir auch, wie wenig wir wissen. Erkennen und nehmen bewusst wahr den Mangel an Wissen. Die Menge des Nichtwissens vergrößert sich also stetig mit der Menge des Wissens. Wir als Menschen sind also faktisch damit konfrontiert, immer mehr zu erkennen, wie wenig wir wissen. Wahrscheinlich wird nichts jemals komplett erforscht sein. Mit jeder Antwort erhöht sich die Zahl der unbeantworteten Fragen. Wohl von Cicero stammt die darauf fußende Erkenntnis: Ich weiß, dass ich nichts weiß.

Und damit umzugehen, fällt uns schwer. Tatsächlich negieren wir dies oft, verdrängen es. Es ist gar so, dass wir Ängste entwickeln vor dem Nichtwissen. Das zeigt sich beispielsweise in privaten Situationen. Wenn wir Entscheidungen treffen wollen oder müssen, über deren Konsequenzen wir nichts wissen können. In diesen steckt dadurch viel Unsicherheit – und Unsicherheiten versuchen wir als Menschen ja per se zu vermeiden. Auch in beruflichen Situationen sind wir häufig mit Entscheidungsfindungen konfrontiert, deren Folgen wir nur ansatzweise überblicken können. In der Konsequenz entwickeln wir Menschen auch die Ignoranz, die eigentlich ein unbewusstes Defizit an Wissen ist.

Und gleichzeitig erkennen wir, dass es genau auf diese Situationen des Nichtwissens im Leben ankommt, da wir genau dann am meisten wachsen, am meisten lernen, am meisten erfahren können. Im Kern müssten wir unsere Nichtwissens-Umgangskompetenz erhöhen. Genau das ist eigentlich eine zentrale Herausforderung, vor der wir Menschen stehen, nicht nur in diesen Zeiten exponentiell wachsender Komplexität. Nur wie kann das gehen? Wie können wir diesen Punkt balancieren, der zwischen x und y liegt? In privaten Belangen, aber auch in beruflichen und unternehmerischen Zusammenhängen: Selbstorganisation und Hierarchie? Freiheit und Kontrolle? Agiles und strukturiertes Arbeiten? Innovation und Kontinuität? Evolution und Revolution? Alt und neu? Es geht also zunächst um die Klärung des Kontextes, dann um Unterscheidungen und schließlich um das Üben des Agierens in diesem Nichtwissens-Raum.

Wir inbetweener beschäftigen qua unseres Unternehmenszwecks mit genau diesen Prozessen, begleiten Menschen, Teams und Organisationen dabei, mit solchen Momenten gut umgehen zu können. Lernen selbst stetig über diese Momente, im Privaten wie im Beruflichen – und selbst da erkennen wir: Je größer unsere Nichtwissens-Umgangskompetenz ist, desto deutlicher tritt unsere Unfähigkeit zutage, diese Situationen gewollt praktizieren und den Raum des Nichtwissens explorieren zu können. Was für eine spannende Aufgabe! Wollen Sie mit uns auf Entdeckungsreise gehen? Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

zurück zur Übersicht